Werkverträge gleich Leiharbeit hoch 2
Nach der Leiharbeit betreiben viele Unternehmen jetzt Lohndumping mit Werkverträgen. Die gibt es zwar schon länger. Neuerdings aber wird unter ihrem Deckmantel illegale Leiharbeit betrieben und ganze Kernfelder des Geschäftes dauerhaft tariffern an Drittunternehmen abgestoßen. Auf einem Hearing der Linksfraktion Ende letzten Jahres berichteten GewerkschafterInnen und WissenschaftlerInnen aus der Praxis und berieten gemeinsam mit PolitikerInnen der Fraktion über Gegenstrategien.
Über 120 Teilnehmerinnen und Teilnehmer diskutierten auf Einladung der Fraktion DIE LINKE am 6. Dezember über die Zunahme von Werkverträgen als Mittel zum Lohndumping in Betrieben. Da die Leiharbeit inzwischen ein schlechtes Image hat und durch Branchenmindestlöhne wie Betriebsvereinbarungen stärker reguliert ist, werden in einigen Branchen, wie zum Beispiel dem Einzelhandel oder dem Baugewerbe, vermehrt Werkverträge eingesetzt. Die Unternehmen sparen damit bei den Entgelten und umgehen tarifliche Standards bei den Urlaubsansprüchen oder Arbeitszeiten. Die Bundestagfraktion DIE LINKE hat sich des Themas angenommen und will dieser neuen Lohndumpingstrategie auch durch parlamentarische Initiativen mehr Aufmerksamkeit zukommen lassen.